Dorfbrunnen am 17. Dez. 1944

 

Dorfbrunnen an der Kreuzung in Honsfeld
 
 
 
 
 
Rudolf Wasinger als junger Soldat (18 Jahr) war dabei u. erzählt
 
 
 
Im Jahre 2003 habe ich ein Telefon Gespräch mit Herrn Rudolf Wassinger geführt, er war sehr überrascht und sendete mir spontan sein Buch wo er das Geschen in Honsfeld niedergeschrieben hat.
 
 
[.....] Das fürchterliche Trommelfeuer, welches am 16. Dezember 1944 um 5.30 Uhr morgens unsererseits die Ardennenoffensive einleitete hat den Gegner in größte Verwirrung gestürzt.
Honsfeld war ein Hauptverbandplatz der Amerikaner. [....],
So entdeckten wir in der Nähe eines Sanitätszeltes einen etwa einen Meter hohen Reisigstapel.
Es war ein Stapel von Toten. Mir blickte ein verdrückter, unblutiger Kopf eines jungen Amerikaners mit offenen Augen entgegen. Es war ein grauenvoller und für uns ein noch ungewohnter Anblick. Mindestens 16 bis 20 tote Menschen lagen hier im Tod vereint, welche durch den Überraschungsangriff noch nicht beerdigt werden konnten. [.....]
 
 
Dieses Bild (es ist eins von vielen)
 
Honsfeld, am 17. Dezember 1944: (
[...........] Zwei tote „Amis“ liegen neben dem Brunnen. Nur kurz nachdem dieses Foto aufgenommen wurde, wurden die Körper von bewaffneten Fahrzeugen der Kampfgruppe »Peiper« überrollt und bis zur Unkenntlichkeit plattgedrückt.
 Am späten Tage wurden Pfc. Roger Foehringer und andere Gefangene der Gruppe von ihrem SS- Angreifern gezwungen, über die geschundenen Leichen zu gehen. Die Straßenmarkierung der „GI“ über den Anzeigenmast gibt die Richtung zu einem Wasserversorgungspunkt der 5. Korps an.
 
 
 
David Jordan: „Schlacht in den Ardennen“ Übersertzung: Text: (Werner) K.Müller mit Caroline Klima.
 
[.....] Peipers Einheiten hatten die Stellungen am Buchholzer Bahnhof aufgerollt und waren nun auf dem Weg nach Honsfeld. [....] Der Panzerführer Sergeant George Creel musste zweimal hinsehen, um sicher zu sein, dass ihn seine Augen nicht narrten, denn vor ihm stand ein Militärpolizist mit einer weißen Fahne, der in der Abenddämmerung die deutschen Panzer einwies. [.....] Weiter der Strasse entlang kam es zum Schusswechsel, als die Deutschen und Amerikaner in direkten Kontakt kamen. Die US-Infanterie (99the Inf. Div.) hatte gegen die Panzer keine Chance und zog sich zurück. Creel und seine Leute ließen ihr Fahrzeug stehen und liefen nach Honsfeld hinein, um Alarm zu schlagen, gelangten aber nicht mehr bis ins Dorfzentrum. Die ersten beiden Panther rollten in den Ort, gefolgt von drei Halbkettenfahrzeugen.
[.....] Die Amerikaner in Honsfeld waren völlig überrumpelt und hatten zum Teil keine Chance, zu entkommen. Einige ergaben sich, aber die SS-Leute waren nicht bereit, die internationalen Rechte Kriegsgefangener zu beachten, sondern schossen sie kaltblütig nieder. [....].
 
 
 
 
Joachim Peiper kam 1936 zur SS, war zunächst Stabsoffizier, wurde aber dann zur Leibstandarte Adolf Hiltler überstellt. Durch seine Tapferkeit in den Feldzügen erhielt er das Ritterkreuz. Während der Ardennenoffensive wurde er zum Oberst befördert. Die Massaker der Kampfgruppe Peiper auf ihrem Vormarsch führten zu Peipers Verurteilung als Kriegsverbrecher. Er wurde zum Tode verurteilt, 1951 zu  lebenslanger Haft begnadigt und 1957 entlassen. Er zog sich nach Frankreich zurück, wo ihm die Enthüllung seiner Identität in einer Zeitung Todesdrohungen einbrachte. Seine Familie ging nach Deutschland konnte ihnen aber nicht mehr folgen. Am französischen Nationalfeiertag 1976 wurde sein Haus angezündet. Neben seiner Leiche wurde in den Trümmern Gewehr und Pistole gefunden. Er war im Kampf gestorben.
 
 
 "Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft" v. E.C
 
Nach 60 Jahren ist es so weit.
Die Gedanken der Kriegsgenerationen, die bis heute noch immer in manchen Köpfen ein seelisches Trauma hinterlassen haben, wird sie wohl bis in den Tod begleiten.
Seit Menschengedenken hat es immer wieder Kriege gegeben und es wird wohl auch immer so weitergehen. Die Menschen führen unerbittliche Kämpfe um das zu bekommen was sie noch nicht haben und doch besitzen wollen.
So die Definition »Krieg«.
 
Der Dorfbrunnen seit ... ?
 
 
Ein Zeitzeuge der Vergangenheit ist seit 2004 ein beachtlicher Anblick im ländlichem Stil als Wahrzeichen in unserem Dorf verwirklicht worden, dank der Initiative der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft, und durch die Anregung durch
„Unser Dorf soll Zukunft haben“.
 
Ein Dank geht aber besonders an die Gemeinde die das Projekt Dorfbrunnen, in Verbindung mit einer Verkehrssicherheitsmassnahme für die Dorfbevölkerung, Richtung Vengasse, so wie von der Dorfschule kommend, Richtung Kreuzung, in einem neuen gepflegtem Zustand verwirklicht hat.
Wie man auf verschiedenen Bildern die Entwicklungsphase verfolgen kann, hat sich während der letzten Jahrzehnte sehr vieles verändert.
Unser Dorfbrunnen ist nicht mehr weg zudenken, er wird uns und vielen, auch den nächsten Generationen, ein Kleinod bleiben, auch als Zeuge der Zeit, mit unserer Dorf- und Landesgeschichte eng verbunden.
 
 
 
Im Monat Juli 2004 wurden der Dorfbrunnen und die Verkehrsverbindung endgültig für eine lange, lange Zeit instand gesetzt.
Wir Honsfelder dürfen alle stolz sein auf das gut gelungene Werk.
 
Für die Besucher bleibt der Brunnen an der Kreuzung in Honsfeld immer mit einer nostalgischen, ländlichen Romantik verbunden; doch auch ein trauriger Gedanke schleicht sich bei manchem ein, der eine schmerzerfüllte Erinnerung wachruft, wenn die Gräueltaten erwähnt werden, die sich während der Winteroffensive am 16. – 17. Dezember 1944 hier abspielten.
 
 
 
Am Donnerstag den 16. Dezember 2004,
60 Jahre nach der Ardennenoffensive wurde eine Gedenkveranstaltung unter dem Motto
 
Versöhnung über Grenzen
=
 Zukunft für die Jugend
 
 
durch die Gemeinden Bütgenbach, Monschau, Hellenthal und Büllingen, sowie das Lager Elsenborn und die Forstverwaltung geplant .
 
Hohe Vertreter aus Belgien, Deutschland und den USA nahmen an dieser Gedenkfeier teil.
Nach der Feier die um 7:00 Uhr in Rocherath stattfand wurde eine Rundfahrt zu den damaligen Kriegstätten organisiert,wobei auch an demselben Tag eine Besichtigung und Gedenkminute in Honsfeld am Dorfbrunnen mit einbezogen war.
 
In der letzten Versammlung die am 28. November 2004 im Vereinslokal mit unserem Finanzschöffen Herrn Friedhelm Wirtz stattfand, wurde unter anderem auch das Thema
 
»Versöhnung über Grenzen = Zukunft für die Jugend«
 
besprochen, wobei man auch wieder das Thema „Fahnen in Honsfeld“ ansprach. Dabei nahm man die Gelegenheit wahr um auch in den Sommermonaten wieder Fahnen an verschiedenen Ortseingängen auf- zustellen.
 
 
 
 
 
 
 
 
Am 9. Juni 2010 besuchte uns Howard W. Gutman, Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in Belgien/Honsfeld und Umgebung,
Der Besuch stand im Zeichen der innigen Freundschaft, die zwischen den beiden Gemeinden und der amerikanischen Botschaft in Brüssel gewachsen ist, seit die beiden Nordeifelgemeinden im jährlichen Wechsel einen Weihnachtsbaum für die Brüsseler US-Vertretung stiften.
 
Denkmäler:
 
Weitere Stationen waren das im Dezember 2008 errichtete Denkmal »Gegen das Vergessen« auf Roderhöhe nahe Wirtzfeld, die Denkmäler der »US 99 Infantry Division« und der »US Second Infantry Division« in Rocherath, das Denkmal des 394. Regiments für Aufklärung und Spionage (I&R) in Lanzerath sowie das Mahnmal für die gefallenen GI's am Honsfelder Dorfbrunnen.
In Bütgenbach besuchte der Botschafter die Gedenkplakette für den damaligen Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte und späteren US-Präsidenten Dwight Eisenhower, der sich Ende November 1944 für einige Tage in der »Villa Kirch« aufgehalten hatte.
 
 
 Chris Kaiser,       http://www.worldwartours.be/news.html
Alex und Melli,     http://www.faehrtensucher.com

Ein dickes Lob an Chris, Alex und Melli


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